DiE
Deutschlehrende in der Erwachsenenbildung

Korrespondenzen

Am 1.Mai 2017 an Herrn Bundeskanzler Kern bei einer SPÖ-Veranstaltung mit dem Motto "Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität" öffentlich überreicht:

Lieber Genosse Christian Kern,

deine Aufforderung, mit dir das Gespräch zu suchen, wollen wir nachkommen. Zwar zählen wir als Deuschlehrende in der Erwachsenenbildung nicht zum Mittelstand, sondern mit rund 1.500 Euro für AkademikerInnen eher zum Präkariat, trotzdem hoffen wir auf einen Dialog mit dir.

In einer Branche, die weiblich und migranitisch dominiert ist, fällt die gewerkschaftliche Organisation schwer. Dennoch ist es uns als Basisinitiative zuletzt gelungen, 70 KollegInnen aus über 20 Instituten zusammenzubringen. Unser erklärtes Ziel ist, als Lehrende benötigte Verbesserungen unserer Arbeitsbedingungen durchzusetzen, dabei spielt neben der materiellen Forderung von mehr Lohn (höhere Einstufung in den KVs und entsprechende Honorare für freie DienstnehmerInnen, u.a. in den VHSen) auch die Vor- und Nachbereitungszeit eine Rolle, welche größtenteils unbezahlt erledigt werden muss.

Dazu kommt meist repressives Verhalten in den durch öffentliche Gelder finanzierten Betrieben: Immer wieder werden KollegInnen, welche sich für berechtigte Forderungen einsetzen, entlassen. So bleibt engagiertem Lehrpersonal nur die Selbstausbeutung.

In dieser schweren Situation suchen wir den Dialog mit politischen Verantwortungsträgern, der  Öffentlichkeit und den Medien.

Für weitere Informationen bitten wir um einen persönlichen Gesprächstermin

Freundschaft

Markus Haunschmid, BA MA,
langjähriges SP und SJ Mitglied
für Deutschlehrende in der Erwachsenenbildung


Die Antwort erfolgte ca. 3 Wochen später durch einen Telefonanruf aus dem Rathaus und dem Verweis auf einige (uns teilweise bereits bekannte) Kontakte, wie zum Bundesministerium für Bildung und der Gewerkschaft.


Im Oktober 2017 an die
Grünen, die SPÖ, das Bundesministerium für Bildung und das frauenpolitische Referat verschickt:

Sehr geehrte/r ...,
 
wir Deutschtrainerinnen in der Erwachsenenbildung, einer Branche mit mehrheitlich weiblichen Angestellten, leisten aktuell einen wichtigen Beitrag in der Gesellschaft: Globalisierung und aktuelle Migrationsbewegungen stellen unsere Gesellschaft vor zunehmende Herausforderungen. Eine gelungene Integration der Zugewanderten wird ausschlaggebend für den gesellschaftlichen Frieden und wirtschaftlichen Erfolg Österreichs sein. Die entscheidende Voraussetzung dafür ist und bleibt, so der allgemeine Konsens, die Sprache.
 
Leider fehlen uns derzeit, trotz großem persönlichen Engagement, die entsprechenden Rahmenbedingungen, um den Deutschkursen, die derzeit mit öffentlichen Mitteln gefördert werden, auch zum bestmöglichen Erfolg zu verhelfen.
Statt die oft hochmotivierten Lernenden bei ihrem Spracherwerb angemessen und professionell zu begleiten, kämpfen wir mit Überlastung und prekären Arbeitsverhältnissen. Dabei opfern wir oft das Wohl unserer Familien, unsere Gesundheit und gehen das Risiko von Altersarmut ein. Unter den suboptimalen Lernbedingungen leiden wiederum viele Frauen, für die aufgrund mangelnder sozialer Kontakte unsere Deutschkurse oft die einzige Möglichkeit wären, die Sprache angemessen zu erlernen.
 
Wir Deutschtrainerinnen stehen in der Regel 30 Stunden und mehr in den Klassen. Neben unserem fachlichen Alltagsgeschäft stellt uns das breite Spektrum der Kursteilnehmenden vor besondere Herausforderungen: Lernende aus bildungsfernen Schichten, Menschen mit Traumata und psychischen und sozialen Problemen fordern ständig 100%-ige Präsenz. Um sich nach einem solchen Arbeitstag noch auf Familienarbeit und Kinder zu konzentrieren, gehen vielen an die äußersten Grenzen ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit.
Dennoch reicht dieses Pensum nur für eine Teilzeitstelle ..., denn anders als in den öffentlichen Schulen, in denen die Lehrkräfte mit rund 24 Stunden Unterrichtsverpflichtung eine Vollzeitstelle besetzen, gibt es bei meisten Instituten in der Erwachsenenbildung keine angemessen Vor- und Nachbereitungszeiten. Um das Arbeitspensum dennoch zu erledigen und qualitativ ansprechenden Unterricht zu bieten, arbeiten viele TrainerInnen unentgeltlich in der Freizeit, auf Kosten von Gesundheit und Familie.
 
Die Vergabemodalitäten vor allem seitens des ams führen zu unsicheren Arbeitsplätzen und verhindert notwendige Investitionen, da die Projekte nicht langfristig angelegt sind. Das Bestpreisprinzip zwingt zu Einsparungen auf Kosten der Mitarbeiter, was dazu führt, dass die Arbeit zunehmend verdichtet wird, fachfremde und administrative Tätigkeiten müssen „nebenbei“ erledigt werden, die Zeit fehlt im Unterricht und hindert uns, unseren Qualitätsansprüchen gerecht zu werden.
 
Wir Deutschtrainerinnen in der Erwachsenenbildung wünschen uns daher Ihre Unterstützung bei einer sinnvollen Umstrukturierung der Branche weg von privatwirtschaftlicher Profitorientierung hin zu einem zukunftsweisenden, nachhaltigen Bildungssystem.
 
Um die Möglichkeiten einer positiven Veränderung auszuloten, bitten wir um einen persönlichen Gesprächstermin.
 
Mit freundlichen Grüßen
L.
im Namen des Vereins “DiE – Deutschlehrende in der Erwachsenenbildung”


Antwort der Grünen:
Sehr geehrte Frau L.,
 
danke für Ihr Mail an Berivan Aslan und Ihre Bitte um ein persönliches Gespräch.
 
Frau Aslan wird sich gerne Zeit für Sie nehmen, ich darf Sie bitten, mir nach der NR-Wahl am 15. Oktober noch einmal zu schreiben.
Ich kann Ihnen in der 2. Woche nach der Wahl frühestens einen Termin anbieten.
 
Mit besten Grüßen
Angelika Nussbaum

Das Treffen fand bisher noch nicht statt...

Antwort des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen:
Sehr geehrte Frau L.,
 
Ihr Mail wurde zur Beantwortung an das dafür zustände Frauenservice weitergeleitet. Um die für das Schulwesen zuständige Stelle mit Ihrem Anliegen zu befassen, leiten wir Ihr Schreiben  an das Bundesministerium für Bildung  weiter.
 
Beste Grüße vom
FRAUENSERVICE
des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen
Nulltarifnummer: 0800/20 20 11
E-Mail: frauenservice@frauenministerium.gv.at


SPÖ-Frau Christine Utz hat angerufen, war sehr freundlich und versprach, das Schreiben an Sandra Frauenberger weiterzuleiten, ansonsten gab sie an, derzeit leider auch nicht weiterhelfen zu können,  sich der Problematik aber bewusst zu sein.

Rückmeldung von Frau Frauenberger: sie leiten das Schreiben ans Bundesministerium für Bildung weiter...

Reaktion des Bundesministeriums für Bildung: bisher keine...